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FAQ

Achtsamkeit & Meditation

Was ist eigentlich „Achtsamkeit“?

Achtsamkeit – in der Bedeutung, wie es im MBSR verwendet wird – ist weit mehr als bloß das Gegenteil von Un-Achtsamkeit. Achtsamkeit (engl. Mindfulness) ist eine spezielle Form, die eigene Aufmerksamkeit zu lenken.


Der amerikanische Wissenschaftler Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn beschreibt es als „das absichtliche, offene und annehmende Beobachten dessen, was im Augenblick des jeweiligen gegenwärtigen Moments geschieht. Ein Gewahrwerden unserer inneren und äußeren Erfahrungen. Ohne Ablenkung und ohne irgendeine Bewertung positiver oder negativer Art.“

 

Die Bedeutung von „Achtsamkeit“ (Pali: sati, Sanskrit: smṛti) im ursprünglichen buddhistischen Kontext umfasst jedoch noch mehr als dies. Der deutsche Therapeut und Achtsamkeitslehrer Akincano Mark Weber fasst dies so zusammen:

 

Geistesgegenwart

Waches Dasein, verkörpert und sinnenhaft (mit den Sinnen erfahrbar)

 

Aufmerksamkeit

Intentional (mit Absicht gelenkt), gerichtet

 

Gewahrsein

Räumliches, gelassenes Verweilen

 

Vergegenwärtigung

Sich etwas gegenwärtig halten und zurückholen (wenn der Geist abschweift)

 

Innewerden

Sinnenhaftes sich Veranschaulichen

 

Durch die direkte und unmittelbare Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks und der darin enthaltenden Empfindungen, Gedanken und Gefühle ist es möglich, ein tieferes Verständnis für sich selbst und in der Folge auch für andere Menschen und Wesen, Dinge und die Welt zu erlangen.

 

Wozu überhaupt meditieren?

Es gibt viele Antworten auf diese scheinbar einfache Frage. Jon Kabat-Zinn sagte einmal in einem Interview: „Achtsamkeit ist, dein Leben so zu leben, als ob es wirklich wichtig wäre.“ Bei den Achtsamkeitsmeditationen wie sie im MBSR praktiziert werden, handelt es sich um ein Training genau dieser essentiellen Fähigkeit. Meditation ermöglicht ein „Sich-vertraut-machen“ mit dem jetzigen Moment – dem einzigen Moment, in dem wir leben.

Muss ich Buddhist werden, um zu meditieren?

Es ist nicht notwendig, mit dem Buddhismus bzw. mit der Lehre des Buddha vertraut sein, um sich Meditation zunutze zu machen. Allerdings kann Ihnen die Kenntnis davon helfen, das durch Meditation entwickelte Selbstverständnis zu erweitern.

Sinn und Zweck der Meditation ist es nicht, ein Glaubenssystem zu schaffen, sondern eine Anleitung zu geben, wie sich die Natur unseres Geistes direkt erforschen lässt. Dabei gelangen wir durch direkte Erfahrung zu den Dingen, wie sie sind und - ohne uns auf bloße Theorien verlassen zu müssen - zu einem lebendigen Verständnis aus erster Hand. Gleichzeitig kann sich auch eine tiefe Ruhe entwickeln, die aus eigenem Wissen jenseits aller Zweifel entspringt.

Kann ich meine Beschwerden „wegmeditieren“?

Ihre Bereitschaft und Ihr Engagement die in diesem Kurs vermittelten Methoden zu lernen, ermöglichen Ihnen, Ihre Beschwerden anders zu sehen und zu erleben. MBSR kann Ihnen helfen, den zermürbenden Kampf gegen Ihre Beschwerden, das Verfluchen und sie „ganz-weit-wegwünschen“ zu beenden. Anstelle dieses Kampfes werden Sie Bewusstheit erleben und mit Achtsamkeit mehr Selbstliebe und Selbstfürsorge zulassen.

Ich kann nicht im Schneidersitz sitzen, kann ich dann überhaupt lernen zu meditieren?

Ja, selbstverständlich! Sie können genauso gut z.B. auf einem Sitzbänkchen, Hocker oder Stuhl sitzen, um zu meditieren. Wichtig ist, dass Sie gleichzeitig aufrecht und entspannt sitzen können und idealerweise Ihr Rücken nicht (vollflächig) angelehnt ist. Wie genau das geht, lernen Sie im MBSR-Training.

Stimmt es, dass man beim Meditieren keine Gedanken mehr im Kopf hat?

Viele Menschen wünschen sich, dass durch die Meditation endlich einmal „Ruhe da oben“ herrscht, d.h. keine Gedanken mehr da sind, die einen belästigen. Tatsache ist: auch während der Meditation werden Gedanken kommen. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche! Allerdings werden Sie in einem MBSR-Kurs lernen, wie sich sich Ihren Gedanken gegenüber verhalten können, sodass diese Sie nicht länger „tyrannisieren“.